Feigenblatttee herstellen | Blätter aus dem Schnitt verwerten
Aktualisiert: 2026-08-25
Werfen Sie die Blätter aus Schnitt und Auslichtung einfach weg? In einigen Anbauregionen wie dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten gibt es seit langem die Gewohnheit, Feigenblätter zu trocknen und als Tee zu genießen – charakteristisch ist ihr eigentümliches, röstiges Aroma. Auch in japanischen Haushalten lassen sich Feigenblätter vom eigenen Baum leicht verarbeiten. Dieser Artikel erläutert die Auswahl geeigneter Blätter für Feigentee, Trocknungsmethoden und die Zubereitung. Grundlagen zum Schnitt finden sich auch im Artikel Feigenschnitt – Methode und Zeitpunkt.

Zeitpunkt und Auswahl zum Entfernen von Blättern
Das Pflücken von Blättern eignet sich am besten vom Frühling, wenn die neuen Triebe zu wachsen beginnen, bis zum Hochsommer, wenn die Blätter ausreichend groß geworden sind. Blätter, die über längere Zeit der starken Sonnenstrahlung im Hochsommer ausgesetzt waren, neigen dazu, hart zu werden. Daher gelten Jungblätter vom Frühsommer bis zu den Blättern vor dem Sommer als aromatischer und leichter zu handhaben. Das vollständige Entfernen aller Blätter von einem gesund wachsenden Baum vermindert die Photosyntheseleistung und schwächt den Baum. Die Grundregel ist, Blätter schrittweise von den Ästen zu nutzen, die beim Schnitt oder beim Ausdünnen von Trieben entfernt wurden, oder von Blättern in übermäßig dicht bewachsenen Bereichen. Einzelheiten zur praktischen Methode des Ausdünnens von Trieben finden sich im Artikel Methode zum Ausdünnen und Leiten von Feigenblättern.
Vorbereitung und Hinweise
Beim Schneiden von Feigenblättern oder -zweigen tritt weißer Baumsaft (Milchsaft) aus. Dieser Saft kann bei Hautkontakt und anschließender Sonneneinstrahlung zu Reizungen oder Brennen führen. Beim Pflücken von Blättern lange Ärmel und Handschuhe tragen und darauf achten, dass der Saft aus den Schnittstellen nicht direkt auf die Haut gelangt. Ausführliche Sicherheitsmaßnahmen sind im Artikel Verursacht Feigenbaumsaft (Milchsaft) Reizungen? zusammengefasst. Die gepflückten Blätter leicht mit Wasser abspülen, um Erde, Staub und Insekten zu entfernen, dann gründlich abtrocknen, bevor mit dem nächsten Schritt fortgefahren wird.
Trocknungsmethode
- Die gewaschenen und abgetrockneten Blätter in einer einzelnen Schicht auf Zeitungspapier oder einem Sieb auslegen.
- An einem luftigen, schattigen Ort mehrere Tage bis etwa eine Woche lang an der Luft trocknen, dabei regelmäßig wenden (längere direkte Sonneneinstrahlung führt leicht zum Verlust von Aroma und Farbe).
- Wenn die Blätter knusprig trocken sind, mit den Händen oder einer Schere fein zerkleinern (das Zerkleinern setzt das Aroma frei und spart Lagerplatz).
- Bei Bedenken hinsichtlich Witterung oder Luftfeuchtigkeit können die Früchte auch in einem auf niedrige Temperatur eingestellten Backofen oder in einem Dörrgerät getrocknet werden.
Lagerung und Zubereitung
Getrocknete Blätter verlieren an Aroma, wenn sie Feuchtigkeit aufnehmen. Sie sollten daher zusammen mit einem Trockenmittel in luftdichten Behältern oder Beuteln an einem Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung gelagert werden. Zum Aufbrühen wird eine kleine Handvoll getrockneter Blätter (etwa 2–3 g) in eine Teekanne gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Nach 3–5 Minuten Ziehzeit entsteht ein Tee mit aromatischem Duft. Nach Geschmack kann er wie Bancha oder Gerstenttee mit anderen Teesorten gemischt werden.
Zusammenfassung
Feigentee ist eine haushaltseigene Nutzungsmöglichkeit, bei der Blätter aus Schnitt- und Auslichtungsarbeiten nicht verschwendet werden. Allerdings können Baumwunden bei manchen Konstitutionen Hautreizungen verursachen, daher sollte bei der Ernte auf Hautschutz geachtet werden. Der Genuss ist ausschließlich als allgemeines Geschmacksgetränk zu verstehen und bietet keine Garantie für spezifische Wirkungen. Zu Sorten des angebauten Feigenbaums und Schnittmaßnahmen können Informationen auch in der Sorteneübersicht und im Diskussionsforum ausgetauscht werden.
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